Fredis Glosse
Rhön-Grabfeld: Dubai Bayerns! (Hochdeutsch) | 16.12.2025 |
Dass die Kommunen in Bayern und ganz Deutschland derzeit über ihre Finanzen klagen und schlecht dastehen, ist ja bekannt. Sie wissen nicht mehr, wie sie alles bezahlen sollen. Und so müssen Schwimmbäder, Büchereien und andere freiwillige Leistungen geschlossen bzw. gekürzt werden. Besonders schlimm hat es Schweinfurt getroffen – dort überlegt man nun ernsthaft, stationäre Blitzer aufzustellen, um von zu schnellen Autofahrern Geld einzutreiben. Im Hinterkopf hat man dort allerdings immer noch die neue, 3,6 Millionen Euro teure Rasenheizung im Sachs-Stadion, die nächstes Jahr – wenn die Schnüdel wieder abgestiegen sind – nicht mehr gebraucht wird. Man könnte sie also wieder verkaufen. Oder dort Kartoffeln oder Zuckerrüben anbauen – mit Bodenheizung wachsen die wie verrückt und es käme Geld rein. Ja, wer den Schaden hat … Diesen Schaden hatten wir ja jahrelang hier in Rhön und Grabfeld, weil vor allem die Hohe Rhön als karg und bettelarm bezeichnet wurde. Die reichen Aschaffenburger, Würzburger und eben die Schweinfurter haben immer mitleidig auf uns herabgeschaut, kamen aber trotzdem zum Essen zu uns – um die günstigen Braten und Schnitzel zu genießen. Aber jetzt haben wir Rhön-Grabfelder diesen neureichen Rest-Unterfranken einmal richtig gezeigt, wo der Barthel den Most holt! Sensationelle Meldung in der Zeitung am 3. Dezember: „Im Vergleich zu 2013 haben die Menschen in Unterfranken heute gut ein Drittel mehr Geld für Konsum zur Verfügung. Das verfügbare Jahreseinkommen je Einwohner ist zwischen 2013 und 2023 um 38,8 % gestiegen.“ So weit, so gut. Dann jedoch der Hammer! „Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist dabei bayernweit (!) Spitzenreiter. Pro Einwohner ist dort das verfügbare Jahreseinkommen in 10 Jahren um 75,6 % gestiegen.“ In Worten: fünfundsiebzigkommasechs! Rhön-Grabfeld als Dubai Bayerns! Die ersten Rhöner haben sofort beim Landratsamt nachgefragt, was das umgerechnet in Sauerbraten und Klößen bedeutet! Dass wir dieses Geld aber auch brauchen, habe ich gleich am nächsten Tag gemerkt, als ich in einer Bäckerei zum ersten Mal in meinem Leben Plätzchen gekauft habe: 150 Gramm für 5,20 Euro! Ich habe ja keine Ahnung, aber gerechnet hatte ich mit 2 Euro! Weihnachtsgeschäft eben. Dazu passend habe ich neulich eine schöne Kalenderweisheit gelesen: „Zwei Bäcker zueinander: Der Christstollen schmeckt viel zu gut. Wir müssen irgendwas hineintun, das ihn so richtig seltsam macht. So wurden Orangeat und Zitronat erfunden …“ Servus, der Eustach. |
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