FREDI BREUNIG

Fredis Glosse

Alte Regel am Berg: raufwärts ists einfacher

13.01.2026
So, wieder einmal geschafft – und die aufregendste Woche liegt hinter uns! Es ist ja jedes Jahr dasselbe Theater, bis Advent, Weihnachten, die Zeit „zwischen den Jahren“ mit Silvester und Neujahr und schließlich Dreikönig endlich vorbei sind. Und bis dann alles wieder einigermaßen in geordnete Bahnen läuft. Wobei „geordnete Bahnen“ natürlich relativ ist. Vor allem dann, wenn man sich vorgenommen hat, weniger zu trinken oder gar einen „trockenen Januar“ anzustreben. Das ist wohl nicht selten der Grund dafür, dass gerade zwischen Weihnachten und Dreikönig wahre Männerhorden in kleinen und größeren Gruppen aus allen Himmelsrichtungen den Kreuzberg hinaufziehen, um dort in flüssiger Hinsicht noch einmal so richtig zuzuschlagen. Dazu passen dann auch immer diese saublöden und besserwisserischen Empfehlungen und Fragen in der Zeitung! „Kann ich einem Kater vorbeugen?“, habe ich neulich gelesen. Die Antwort: „Ja, das geht. Der Tipp dürfte aber nicht jedem gefallen. Der sicherste Weg, einem Kater zu entgehen, ist einfach, keinen Alkohol zu trinken.“ Das hätte mir ein Dümmerer auch sagen können! Oder diese andere blöde Frage: „Weiß jemand, wo „Maßen“ liegt?“ – „Warum?“ – „Mein Hausarzt sagt, wenn ich dort Alkohol trinken würde, wäre es nicht so schlimm …“ Manchmal denke ich wirklich, dass man auf eine saublöde Frage einfach auch saublöd antworten sollte. Bestelle ich an Silvester in einer Bäckerei drei Salzstangen. Fragt die Verkäuferin: „Zum Mitnehmen?“ Ich: „Nein, ich möchte sie gern hierlassen und jede Woche einmal besuchen …“ Ist doch wahr! Zurück zu den Männergruppen, die scharenweise den Kreuzberg hinaufstapfen. Rauf kommen sie ja alle – aber die Frage lautet immer wieder: „Und wie kommen wir wieder heim?“ Früher war das ganz einfach. Man hat bei der OVB in Bischofsheim angerufen, eine freundliche Dame am Apparat gehabt und einen Kreuzbergbus hinauf zum Kloster bestellt. Der hat einen mit den Kumpels wieder nach Bischofsheim gefahren, dann ist man in den Linienbus gestiegen, bierselig eingeschlafen und zum Beispiel am ZOB in Bad Neustadt wieder geweckt worden. Heute? Anruf bei der OVB – wieder eine freundliche Dame dran. „Das machen wir leider nicht mehr, das hat jetzt Callheinz übernommen.“ Also gut, Callheinz angerufen – und schon hatte ich einen schon weniger freundlichen Mann am Telefon. „Haben Sie schon einmal bei uns gebucht?“ „Nein.“ „Wie viele sind Sie?“ „Sieben.“ „Zu welcher Uhrzeit?“ „Halb vier.“ „Tut mir leid, da sind alle Fahrzeuge bereits besetzt.“ Schade. Das System scheitert am eigenen Erfolg. Wie irgendwann das Elektroauto – weil es nicht genügend Ladesäulen gibt. Dazu passend: „Was ist der Unterschied zwischen einem Elektroauto und Durchfall? Keiner. Bei beiden stellt sich die Frage, ob man es noch bis nach Hause schafft …“ Servus, der Eustach.

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