FREDI BREUNIG

Fredis Glosse

Warentransport im Linienbus (Hochdeutsch)

24.02.2026

So, nachdem die Faschingszeit endgültig vorbei ist, können wir uns endlich voll und ganz auf die Kommunalwahlen am 8. März konzentrieren. Einen sehr guten Job hat die Main-Post mit ihren Wahlarenen gemacht. Das Interesse war insbesondere bei uns hier in Rhön-Grabfeld riesig, und die Wählerinnen und Wähler sind in Massen geströmt, um in der jeweiligen Arena so eine Art „Kampf der Gladiatoren“ mitzuerleben. Oft tatsächlich aus reinem Interesse, nicht selten aber sicher auch, weil es eben schon spannend ist, wenn Bewerber verbal aufeinander losgelassen werden. Mich als Eustach haben wenig überraschend mehr die Begleitumstände interessiert. In der Stadthalle am 5. Februar mit den fünf Bewerbern um den Landratsposten war die spannende Frage zum Beispiel: Wie viele Fläschchen unter den Stühlen schmeißen 850 Leute in gut drei Stunden um? Oder: Wie viele Minuten vergehen, bis ein Zuschauer das nächste Fläschchen umschmeißt? Und was fällt häufiger um: Bier oder Saft/Wasser? Fragen über Fragen! Richtige Infos gab es natürlich auch, zum Beispiel zum Thema ÖPNV. Kaum zu glauben, aber offensichtlich wahr: Eine einzige Fahrt eines Busses von Bad Neustadt nach Bad Königshofen kostet den Landkreis bei zwischenzeitlich 20 (!) Euro pro Kilometer bei 50 Kilometern sage und schreibe 1.000 Euro! In Worten: Tausend! Und ich habe nachgeschaut: Der Bus fährt von früh um 5:45 Uhr bis abends um 19:05 Uhr insgesamt zehnmal; das macht jeden Tag für den Landkreis stolze 10.000 Euro Kosten! Und das nur für die Linie NES – KÖN! Es gibt ja noch etliche andere. Kein Wunder, wenn sich das ÖPNV-Defizit für den Kreis mittlerweile auf 6 Millionen Euro beläuft! Zurück kommt nicht viel, weil die Busse meistens schwach besetzt sind. Jetzt meine Lösungsvorschläge: Neben den Fahrgästen ab sofort auch Warentransport! Kartoffeln von Hollstadt nach Wülfershausen, von dort aus Englert-Beton in Kübeln nach Großeibstadt und dann schließlich ein paar Päckchen Fliesen vom Pittner zu einer Baustelle in Bad Königshofen. Oder: Jetzt im Winter wird die Heizung in den Bussen auf Anschlag gestellt und so der Sauna im Kurzentrum Konkurrenz gemacht. Zuständig für die Aufgüsse: der Fahrer! Andere Idee: Der leere Bus als rollendes Beichtmobil. Weil man oft (abgesehen vom Fahrer, der zur Verschwiegenheit verpflichtet ist – ihr erinnert euch: „Nicht mit dem Wagenführer sprechen!“) sowieso der einzige Mensch im Bus ist, könnte das Bistum Würzburg die Busse als mobile Beichtstühle leasen. Motto: Kommen die Leute nicht mehr zum Beichten in die Kirche, kommt das Beichten zu ihnen in den Bus! Wollen wir doch einmal sehen, ob wir die Kostenexplosion nicht irgendwie in den Griff kriegen! Servus, der Eustach.


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